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Aktuelles

Immenstaad Aktuell - 26.07.2019

Zur Resolution des Markdorfer Gemeinderates für einen nur 3 spurige Ausbau der B 31 melden sich nun die drei Bürgerinitiativen aus Immenstaad, Hagnau und Stetten:

„Ein Mensch sich für die Umwelt engagiert,
nachdem er zuvor ganz ungeniert
selbst davon Gebrauch gemacht.“
(Eugen Roth)

Dieses Zitat beschreibt sehr treffend den Geist der Resolution des Markdorfer Gemeinderates zum „flächenschonenden Ausbau“ der B31. Auf massives Drängen der Ittendorfer Verkehrsinitiative mit ihrem Vorsitzenden Dr. Käser lässt Bürgermeister Riedmann seinen Gemeinderat wieder einmal eine Resolution für den Ausbau der heutigen B 31 beschließen.

Diese ist ebenso kurzsichtig, wie unreflektiert und erweist sich bei genauer Betrachtung gleich in mehrfacher Hinsicht als Eigentor: Kaum sind durch Landeszuschuss und Planungsauftrag des Kreistages die Weichen für den Bau der Südumfahrung gestellt, entdecken die Markdorfer Räte ihr Herz für das Flächensparen beim Straßenbau.

Die Südumfahrung mit 4100 m Länge und 10.5m Breite verbraucht erhebliche Flächen zgl. neuer landwirtschaftlicher Wegenetze bei enorm gestiegenen Baukosten, aber einer zunehmend fragwürdigen verkehrlichen Entlastungswirkung für die Markdorfer Innenstadt, zumal die OU Bermatingen und OU Kluftern als Anbindung in ferner Zukunft liegen.

Gerade in Markdorf war und bleibt der „Verbrauch“ von Grünland durch neue Wohn- und Gewerbegebiete seit Jahren im Vergleich zu den Seegemeinden ein Zigfaches und generiert permanent neue Ziel- und Quellverkehre.

Bei der Planung Südumfahrung und Mediation Kluftern wurde von deren Gegnern, insbesondere von der IV Ittendorf, argumentiert: „die B 31neu wird`s schon richten und alle im nachgeordneten Straßennetz entlasten“. Die gleichen Akteure wollen nun aber eben diese B 31 neu nur noch 3spurig, „um Flächen zu sparen“.

Alle Gutachter im aktuellen Planungsprozess sind sich einig: 3 Spuren sind nicht leistungs- und nicht zukunftsfähig. Sie würden auch den Verkehr der B 33 aus der OD Markdorf nicht aufnehmen können. Bei der kleinsten Störung wäre das nachgeordnete Netz, insbesondere in Kluftern und Markdorf als Ausweichstrecke mit Verkehr überflutet.

In Lindau denkt man nach drei Jahrzehnten nun doch über die 3. und 4. Spur nach und dass der Riedleparktunnel bereits nach 20 Jahren doch auf 4 Spuren erweitert werden muss, ist eine späte Erkenntnis.

Ittendorf würde seinen Durchgangsverkehr auf alle Zeit behalten und auch für die Ortsteile Leimbach und Hepbach wird eine solche Schmalspur - B 31 keine Entlastung bringen, zumal mit einer Ostumfahrung der B 30 Meckenbeuren der Weg nach Ravensburg noch länger und umständlicher wird. Man fragt sich also ernsthaft, weshalb die Markdorfer Gemeinderäte auf Druck der Ittendorfer Initiative für diese Lösung votieren, zumal die Akteure in Ittendorf die Markdorfer Südumfahrung seit Jahren bekämpft haben.

Mit der Resolution soll der unbedarfte Bürger wieder einmal glauben gemacht werden eine Ausbaulösung sei flächensparend. Dem ist nicht so: die sog. Variante A würde zwischen Fischbach und Meersburg einem kompletten Neubau gleichkommen; wieviel Fläche dafür auch in der Bauzeit in Anspruch genommen wird, kann man derzeit in Friedrichshafen besichtigen. Auch beim Ausbau würden wertvolle Obstbauflächen verloren gehen und - anders als bei den nördlichen Varianten - auch nicht zu ersetzende Weinbauflächen, sowohl durch die Straße selbst, wie durch die Baustellenphase. Ein Tunnelbau in offener Bauweise in Hagnau durch die besten Reblagen wäre das Ende des Weinbaus auf Jahrzehnte.

Die Markdorfer CDU beklagt darüber hinaus, dass angeblich 78 % der Straßenneubauflächen zwischen Fischbach und Meersburg auf Gemarkung Ittendorf verlaufen würden. Die Nachprüfung ergibt tatsächlich jedoch 43 %. Das liegt auch daran, dass die Ittendorfer Gemarkung alleine etwa so groß ist, wie die Gemarkungen von Stetten, Hagnau und Immenstaad zusammen. Bei diesen 43 % auf Ittendorfer Gemarkung wären in den dortigen Obstanlagen sehr viele Pächter und Eigentümer aus Immenstaad mitbetroffen.

Die Rechnung der CDU ist auch nur für die Variante C richtig. Bei einer weiteren Trassenvariante wäre die Inanspruchnahme in Ittendorf maximal 19 % und zwar ausschließlich im südlichen Waldbereich. Bei allen anderen läuft eine B 31neu ausschließlich auf Meersburger, Stettener, Hagnauer und Immenstaader Gemarkungen.

Viel bedeutender aber ist die Frage, wieviel Menschen von den Trassenvarianten bei Bau und Betrieb betroffen wären: Bei einer Ausbauvariante wären ca. 9000 Einwohner und ca. 130.000 erholungssuchende Urlaubsgäste in den drei Seegemeinden und zusätzlich ca. 2000 hochqualifizierte Arbeitsplätze in Immenstaad in einem Abstand von z.T. nur 20–50 Metern zur Ausbautrasse betroffen. In Ittendorf wären es in einem Abstand von ca. 450 Metern zur Variante C insgesamt ca. 720 Einwohner.

Und noch eines sei den Markdorfer Gemeinderätinnen und Gemeinderäten in Erinnerung gerufen: Wir, die Seegemeinden, denen Sie gerne Ihren B 33 Verkehr und die neue B 31 aufladen würden, bezahlen via Kreisumlage an Ihrer Südumfahrung mit! Und nicht nur das: als notwendige ökologische Ausgleichsmaßnahme für die von Ihnen favorisierte Ausbaulösung der B 31 vor unserer Haustüre, würde dann Ihr Hepbacher-Leimbacher Ried ökologisch aufgewertet werden.

Merken Sie was? Wer die Zusammenhänge kennt, der kann Ihre Resolution nur als ungerechtfertigt ablehnen, und auch deshalb gehen wir am 21.07.2019 zu Recht auf die Straße.

Hagnau, Immenstaad, Stetten, 18.07.2019
Bündnis B 31 neu
Bernd Saible - VerkehrsInitiative Hagnau
Heiko Mantzsch - Initiative Team Stetten
Dieter Kirchhoff - BIB31neu Immenstaad